Elegant auch im Helikopter Niederlande: Wie lernt eine künftige Prinzgemahlin, sich zu benehmen? - Maxima büffelt bei Hofdame Lieke Gaarlandt - Ein Job ohne Bezahlung Von Claudia Diers-Lienke Den Haag.- Holland-kompatibel ist die künftige Frau des niederländischen Thronfolgers Willem-Alexander sicherlich schon jetzt: Blond, temperamentvoll, offen. Doch vorbei ist es mit Miniröcken für Maxima Zorreguieta. Schluss mit der Zigarette in der Öffentlichkeit. Ganz zu schweigen von Picknicks in öffentlichen Parks, durchtanzten Wochenenden in der Disco und sonstigen Spontaneitäten. Statt dessen: Konversation in fließendem Niederländisch, sowohl mit Dementen im Altersheim als auch mit Wirtschaftsbossen. Die lebenslustige Argentinierin Maxima, die auch in New York und Brüssel lebte, büffelt nun täglich nicht nur niederländische Geschichte, sondern auch königlichen Stil. Königin Beatrix der Niederlande hat eine ihrer Hofdamen an Maxima ausgeliehen. Ottoline Antoinette (Lieke) Gaarlandt, Jahrgang 1947, sorgt nun dafür, dass das Image des Hauses Oranje den optimalen Nutzen aus der anstehenden Traumhochzeit zieht. Beim Start ihrer Vorstellungstour durch zwölf Provinzen und vier große Städte der Niederlande zeigte Maxima erste Lernerfolge: Huldvoll bis fröhlich winken, ohne zu übertreiben und acht Stunden am Tag breit lächeln ohne zu kichern oder laut zu lachen. Die 30jährige kann außerdem elegant im engen Rock aus einem Helikopter aussteigen ohne dass der Slip hervorblitzt, stundenlang in engen roten Pumps laufen, ohne sie abstreifen zu können, und schafft es, immer wieder auch mal Willem-Alexander nett anzulächeln. Die Grenzen, in denen Maxima sich bewegt, sind nicht mehr so eng gesteckt, wie früher am niederländischen Hof, versichern Eingeweihte. Und doch gilt: Eine künftige Prinzgemahlin hat sich anders zu bewegen als eine ganz normale Bürgerliche. Was am Niederländischen Hof Hofdame heißt, nennt man in England „lady in waiting". Auf die Frage, was so eine Hofdame nun genau tut, pflegt eine andere der Hofdamen von Beatrix stets zu sagen: „I'm a lady in waiting, but I never wait" - übersetzt etwa: „Ich bin eine ‚wartende Lady', aber ich warte nie." Lieke Gaarlandt hat selbst viel Stil, ist sicher, weltgewandt und sprachbegabt. Die Literaturwissenschaftlerin hilft nun Maxima „in allen Fragen". Hofdame ist übrigens ein Ehrenamt. Eine Hofdame hat keinen festen Vertrag, bekommt nur eine „Kostenvergütung", muss also finanziell unabhängig sein, am besten durch einen vermögenden Ehemann. Sie muss dessen ungeachtet mindestens einen Tag pro Woche Zeit haben für Königs. Bewerben kann man sich nicht als Hofdame, man muss dem Königshaus empfohlen werden. Auch Lieke Gaarlandt, so versichern Hof-Kenner, ist kein Relikt aus antiken Zeiten, aber eigentlich die Organisatorin der gesamten Vorstellungsbesuche von Maxima und Alex. Dabei versteht sie es, „sowohl anwesend als auch unsichtbar" zu sein, korrigierend einzugreifen, wenn etwas schief zu gehen droht. Bis jetzt hatte sie noch nicht allzu oft die Feuerwehr zu spielen. Die Premiere Anfang der Woche in Nordbrabant lief glatt, alle jubelten der jungen Frau in kirschrot zu. Mit Maximas Fanpost allerdings hat Lieke Gaarlandt gar nichts am dekorierten Hut. Auch nicht mit den zahlreichen Anfragen von neuen Schulen und Kindergärten, die jetzt alle „Maxima" heißen wollen. Das erledigt alles das Sekretariat von Willem-Alexander. Gaarlandt muss eher stilistische Tipps geben - wobei die Klatschpresse bisher da wenig Mühe macht. Erwischt ein Paparazzi Maxima mit ausgebeulten Shorts und XXXL-Poloshirt auf einer Wandertour in den Alpen mit Alex, dann jubeln Hollands Regenbogenpresse sogar darüber: Schaut, was bekommen wir doch für eine sportive, normale, sympathische Königin. ------------------------------- claudia@lienke.net www.newsmill.net maximas-hofdame-7-9-01 Freizeitlook