Eine Schnulze und ein voller Geldtopf Hochzeitgeschenk war knifflige Frage für die Niederlande - Willem-Alexander und Maxima bekommen einen Fonds für multikulturelle Aktivitäten - Plus eine verregnete Hochzeitshymne Von Claudia Diers-Lienke Den Haag.- Goldene Eierbecher scheiden schon mal aus: haben sie sicher schon. Kristallene Blumenvase: auch nicht, viel zu gewöhnlich! Bettwäsche in pflaumenfarbener Seide? Wäre schön, aber vielleicht zu anzüglich. Was um Himmels willen schenkt man einem königlichen Brautpaar zur Hochzeit? Die praktisch veranlagten Niederländer haben die knifflige Frage gelöst: Kronprinz Willem- Alexander und seine Maxima bekommen zur Hochzeit am 2.2.2002 als Nationalgeschenk einen „Oranjefonds" mit Geld für multikulturelle Initiativen. Das erschien den Erfindern sowohl politisch korrekt in die Zeit passend als auch sinnvoll. Und zweitens ließ man eine Hochzeitshymne aufnehmen. Die Schnulze wurde eigens geschaffen für das große Fest gestern (Freitag, f.d.Red ) abend in der Amsterdamer Arena mit den Sängern Marco Borsato und Sita. Im Videoclip, der vorab gezeigt wurde, regnet es die ganze Zeit in Strömen (sehr niederländisch). Der Song ist nicht selbstgestrickt, sondern übernommen aus dem Englischen. Doch rasch schnellte „Lopen op het water" (übers Wasser gehen) in die Top 10 in Holland Er ist ein ziemlich nasses Willkommen für die künftige Königin aus Argentinien. Der Videoclip beginnt mit hammerharten, nassen, grauen Betonfliesen, auf die es wie aus Kübeln gießt. Zwei Takte später fallen im Video plötzlich zwei küssende Menschen aus der Luft ins Bild, auf den Beton. Und küssen sich weiter. Superverliebt, klare Botschaft. Die Gegner des Liedes finden es dennoch endlos traurig und trostlos. Sie hätten lieber etwas Romantisches gehabt: Zum Beispiel ein bisschen wilde Nordsee-Brandung, in der die Sonne langsam untergeht. Oder eine zartgelbe Düne nebst frühlingsfrisch grün bewachsener Lämmer-Weide. Über Geschmack lässt sich eben (nicht) streiten. Was das Brautpaar dazu sagt, ist bislang nicht überliefert. Fest steht: Viele Niederländer schaffen es, auch im Regen glücklich zu sein. Niemand zieht Handschuhe an, solange es nicht zweistellige Minusgrade hat. Wetter kann solchen Menschen die gute Laune nicht verhageln. Bei Willem-Alexander kommt das sicher an. Und was die gebürtige Argentinierin Maxima dazu sagt? Vielleicht ist das Ganze nur ein weiterer Eignungstest für die künftige Königin. Die Wettervorhersage für 2.2.2002 in Amsterdam ist allerdings günstig: Mild, bis 15 Grad, ab und zu Sonne, sehr starker Sturmwind. Viel zu warm für die Jahreszeit. Gestern (Freitag) abend bekam das paar auch sein zweites Geschenk überreicht. Ein Fonds, aus dem Willem-Alexander und seine Frau Geld gleich wieder ausgeben sollen: an Initiativen, die im Bereich Jugend, Sport Kultur und Unterreicht aktiv sind und die für Begegnungen der verschiedenen Kulturen in den Niederlanden sorgen. Damit alles koscher bleibt, hat man den ehemaligen Wirtschaftsminister Wijers als Kassenwart bestimmt, der den Fonds und seine Gelder überwacht. Die Idee für den Fonds fischte das „Nationale Oranje Komitee" aus 1500 Vorschlägen, die auf einen Aufruf hin eingesandt worden waren. Und was sagt das Volk dazu? „Ich habe auch 10 Gulden dafür gespendet", sagt Simon Jagdat, Holländer surinamesischer Herkunft: „Ich finde es prima, dass der Kronprinz eine Ausländerin heiratet und keine Niederländerin". Auch Johan Vlemix, bekennender Oranje-Fan, findet den Multikulti-Fonds „viel besser als einen hässlichen Salzstreuer, den sie ohnehin nicht brauchen könnten". ------------------------------ maxima-willem-cadeaux www.newsmill.net 1.2.2002 Claudia Diers-Lienke, Holland Telefon von D: 00 31 10 475 37 51