Was schenkt Holland seinem Prinzen zur Hochzeit? Knifflige Frage für die Niederlande gelöst: Willem-Alexander und Maxima bekommen einen Fonds für multikulturelle Aktivitäten - „Besser als ein Salzstreuer" Von Claudia Diers-Lienke Den Haag.- Schon bei Hochzeiten von Normalsterblichen ist die ewig gleiche Frage schwierig zu beantworten: Was um Himmels willen schenkt man dem glücklichen Paar? Die 147igste Blumenvase, die keiner braucht? Was tun, wenn es entweder keine Wunschliste gibt oder die gewünschten Sachen dem Schenkenden nicht zusagen? Auch im Verhältnis von Königshäusern und Untertanen ist das eine knifflige Sache. Doch die praktisch veranlagten Niederländer haben die Sache nun vorerst gelöst: Kronprinz Willem- Alexander und seine Maxima bekommen zur Hochzeit am 2.2.2002 als Nationalgeschenk einen „Oranjefonds" mit Geld für multikulturelle Initiativen. Das erschien den Erfindern sowohl politisch korrekt in die Zeit passend als auch sinnvoll. Es soll ein Fonds sein, aus dem Willem und seine argentinische Frau Geld gleich wieder augeben können: An Initiativen, die im Bereich Jugend, Sport Kultur und Unterreicht aktiv sind und die für Begegnungen der verschiedenen Kulturen in den Niederlanden sorgen. Damit alles koscher bleibt, hat man den ehemaligen Wirtschaftsminister Wijers als Kassenwart bestimmt, der den Fonds und seine Gelder überwacht. Die Idee für den Fonds fischte das „Nationale Oranje Komitee" aus 1500 Vorschlägen, die auf einen Aufruf hin eingesandt worden waren. Nun muss das Komitee, ein Club ehrbarer Bürger, nur noch Geld sammeln gehen, um den Fonds zu füllen. Privatleute und Firmen sind aufgerufen, ihre Beiträge auf ein Girokonto zu überweisen. Das Paar bekommt sein Geschenk dann bei einem großen Fest einen Tag vor der Hochzeit überreicht. Und was sagt das Volk dazu? „Ich denke, ich werde 10 oder 25 Gulden überweisen", sagt Simon Jagdat, Holländer surinamesischer Herkunft: „Ich finde es prima, dass der Kronprinz eine Ausländerin heiratet und keine Niederländerin". Auch Johan Vlemix, bekennender Oranje-Fan, findet den Multikulti-Fonds „viel besser als einen hässlichen Salzstreuer, den sie ohnehin nicht brauchen könnten". Piet van Herwijnen, Vorsitzender der Neuen Republikanischen Partei und erklärter Monarchie-Gegner, will sich mit dem Thema nicht befassen: „Das können sie von uns nicht erwarten, dass wir als Partei dazu eine Meinung haben". Aus ganz anderem Grund brummig ist Cor de Horde, Chefredakteur des fürstlichen Blattes „Vorsten Royaal": „Ich finde den Fonds zu unpersönlich, obwohl es sicher gut gemeint ist. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie auswählen würden. sie entschieden sich für ein besonders schönes Set Damast-Tischdecken. Das lassen wir in Irland fertigen und schicken es dem Paar". Zufrieden ist Frans van der Grint, Vorsitzender des Oranjefonds: „Die ersten Reaktionen waren positiv" sagt er. Ob aber Bürger und Betriebe viel Geld überweisen, damit der Fonds prall gefüllt wird, bleibe abzuwarten. Und, natürlich bekomme das paar doch noch zusätzlich „etwas persönliches, etwas für Haus und Garten, zum Auspacken und Freuen". Also doch noch die güldene Blumenschere?