Für die Fernsehseite oder für Vermischtes Vor oder zum 14. September: Klassenkampf bei Big Brother: „Das wird hammerhart" Armes Haus gegen reiches Haus: Heimatland Holland testet neue Variante von BigBrother: - Endemol Deutschland sieht es „mit Interesse" Von Claudia Diers-Lienke Amsterdam.- Marx hätte vermutlich seine helle Freude daran gehabt. Ein amtierender Ober- Kapitalist allerdings auch. In Holland, dem Heimatland von BigBrother, läuft nun (14. September) eine neue Staffel an, die den klassischen Kampf zwischen Arm und Reich thematisiert. Gewohnt flach natürlich, nicht politisch, nicht philosophisch, aber als Teil moderner Unterhaltung. Und das geht so: „Diese Staffel ist anders als die bisherigen", so Redakteurin Hummie van der Tonnekreek. „Wir haben die Kontraste angeschärft. Das wird hammerhart". Die Spieler wohnen 115 Tage lang in einem Doppelhaus. In der einen Hälfte ist Armut Trumpf. In der anderen Glamour und Luxus. Und das schlimme ist dann, dass die „Armen" bei den „Reichen" hinein schauen können. Und sogar die wunderbaren Gerichte riechen können, die dort reserviert werden, während sie selbst auf einem trockenen Butterbrot herumkauen. Tonnekreek, die Mutter aller Big Brothers, ist selbst ein „Luxustyp" mit roten Haar und noch röteren Fingernägeln. Sie beeilt sich zu sagen, dass „wir natürlich dafür sorgen, dass die Bewohner auch im armen Teil des Hauses genug zu essen haben. Aber lecker und abwechslungsreich, na ja. Mehr so in Richtung Armenküche geht das". Auf der einen Seite des Hauses liegen Asphaltplatten auf dem Boden. Grobe Stühle, Jutesäcke mit Stroh als Betten und ein winziger kalter Wasserstrahl als Dusche müssen genügen. Auf der anderen Seite gibt es Kaviar, Champagner, Whirlpool und Massagedusche. Die Basis-Spielidee ist also: wer im Armenhaus wohnt, will den Kaviar. Um fast jeden Preis. Die BigBrother-Bewohner kämpfen dann 115 tage lang darum, wo sie wohnen dürfen/müssen. Es werden ihnen Aufgaben gestellt, die sie als Team lösen müssen. jede Woche kann es dann heißen: Das „arme" Team darf ins „reiche" Haus und umgekehrt. Wer innerhalb eines Teams schuld daran ist, dass ein Kampf verloren ging, wird sich dann sicher mies fühlen und hinausgemobbt werden. Denn das Nominieren und Hinausmobben wird es weiterhin geben. Die BigBrother-Erfinder finden das „spannend", die Verantwortung des Individuums für das Wohlergehen der ganzen Gruppe zu beobachten. Viele „brainstorming"-Sitzungen habe es im Team gegeben, erzählt die „hammerharte" Redakteurin. Konzept-Erfinder John de Mol sei begeistert. Ihrem Team seien teils die „Ideen fast durchgegangen", so Tonnekreek, „ich musste die Leute bremsen, sonst wäre es zu hart geworden". „Wir mussten etwas neues tun, um die Spannung wieder zu erhöhen", so Hummie van der Tonnekreek. Denn auch in Holland ist mittlerweile die Big-Brother-Begeisterung leicht geschwunden und gingen die Zuschauerzahlen zurück. Kein Wunder also, dass Nachbar Deutschland das mit Interesse beobachtet. Wenn das neue Konzept in Niederlanden gut ankommt, wird es möglicherweise bald auch in Deutschland ausprobiert. Die Sprecherin der Produktionsfirma Endemol, Eva Lenz, sagt: „Wir beobachten das sehr genau". In Deutschland bei RTL läuft die nächste BigBrother Staffel frühestens im nächsten Jahr an, nachdem sich die Sache etwas tot gelaufen hatte. „Wir finden die Idee der Holländer interessant. Vielleicht machen wir das auch". ------------------------------ big-brother-23.08.01