Wieviel darf Maxima verdienen? Manche Holländer finden 600 000 Euro aus der Staatskasse zu viel - Ärger um Stühle für die Hochzeitsfeier - Countdown zur Hochzeit am 2.2.2002 Von Claudia Diers-Lienke Den Haag.- Müssen die Ehepartner von Kronprinzen ein Gehalt bekommen? Und wenn ja: Wieviel ist angemessen? Darüber streitet Holland. Denn die temperamentvolle Karrierefrau Maxima Zorreguieta hat einen gut bezahlten Job bei der Deutschen Bank in Brüssel aufgegeben - aber sie bekommt dafür ein Leben an der Seite ihres geliebten Willem- Alexander. Hochzeit ist am 2.2.2002. Je mehr der Countdown zu der feierlichen Trauzeremonie in der Neuen Kirche in Amsterdam abläuft, desto voller sind die Gazetten mit Maxima-Stories. Fest steht: Alle lieben sie, auch weil Papa, der ehemalige Minister zu Junta-Zeiten, nicht kommt. Aber als bekannt wurde, dass Maxima ein persönliches Budget von 600 000 Euro im Jahr wie ein Gehalt bekommt, zuckten die sparsamen Holländer doch zusammen und diskutieren, ob das angemessen ist. Maxima (30) war von klein auf noch nie unterbemittelt. Ihre Eltern hatten immer ein gehöriges Einkommen. Maxima besuchte teure Privatschulen und später zeigte sie sich oft im mondänen Nachtleben von Buenos Aires und später, New York. Also, wirklich auf den Cent achten musste sie nie. Ihr künftiges persönliches Budget hat eine Höhe, von der der durchschnittliche Niederländer nur träumen kann. Eine Umfrage ergab, dass 42 Prozent der Befragten findet, dass diese pauschale Zulage abgeschafft werden sollte. Maxima solle nur Geld bekommen, wenn sie offiziell auftritt, also bei Eröffnungen, Staatsbesuchen und anderen Verpflichtungen. 67 Prozent finden das Gehalt im Prinzip in Ordnung , aber zu hoch. Die Befürworter argumentieren, dass die junge Frau schließlich im „goldenen Käfig" wird leben müssen, ein Leben, das luxuriös aussieht, aber auch bedeutet, dass kaum noch etwas spontan unternommen werden kann, weder gemütliche Freundinnentreffen, noch Einkaufstouren oder Kinobesuche. Nichts bleibt geheim, jeder Schritt, jeder Ausspruch wird beobachtet und weitergebene. Prinz Claus, der deutschstämmige Ehemann der Regentin Beatrix, hatte immer viel Mühe mit dem goldenen Käfig, aber seine Rebellion hat ihm nichts genützt. Allerdings denken laut Umfrage 67 Prozent, dass Maxima es besser schaffen wird als Claus. Sie spricht schon jetzt fließend die Landessprache und bemüht sich sehr, sich anzupassen. Doch ihr Charme und ihre Schönheit schützen die künftige Königin auch nicht vor Neidern. Jetzt wurde bekannt, dass tausend neue Stühle gekauft wurden, damit man die Gäste bei der Trauzeremonie in der Nieuwe Kerk platzieren kann. So weit, so gut. Aber sie wurden nicht etwa aus Beatrix' Schatulle bezahlt, sondern finanziert vom „Prinz Bernhardfonds", der eigentlich für soziale Projekte gedacht ist. Das böse Blut rauschte erst dann nicht mehr ganz so heftig, als klar gemacht wurde, dass die besagten Stühle nach der Feier für „andere Projekte" weitergegeben werden. Edle Geste: Immerhin kostet jedes Stück 140 Euro. -------------------------------------------- Maxima-verdienen.doc www.newsmill.net Januar 2002