Kommentar Ja, ik will Hollands Reality Soap Von Claudia Diers-Lienke Hollands Kronprinz heiratet und alle, alle schauen zu. Werden sie es hauchen, werden sie es geradeaus sagen? Das „Ja, ik will" ist keine Privatsache für Willem-Alexander und Maxima Zorreguieta. Jedes Zwinkern ist wichtig. Wie das Kleid aussieht, wie die Gäste sich verhalten: spannend ohne Ende. Eine Reality Soap. Und warum? Weil die jungen Europäischen Royals nur zu gut wissen, dass ihr Job vor allem eins bedeutet: Marketing für Land und Leute. Sie verkörpern moderne Märchen, die dem Land bei der Image-Formung helfen, die Touristen anlocken, die Botschaften aussenden. Botschaften? Dass es heute doch noch gelingt, so etwas Anachronistisches wie eine Monarchie zu leben. Die Norweger demonstrierten bei der Hochzeit von Haakon und Mette-Marit, dass Kind und wilde Vergangenheit kein Hindernis sind. Auch das Haus von Oranje hatte bei Maxima mit deren Reputation als „Partyluder" und mit dem politisch umstrittenen Brautvater umzugehen. In Gang gesetzt wurde ein gigantischer PR- Gig. Viele dürsten nach diesen positiven Geschichten. Weil dann plötzlich Wörter wie Liebe in die Schlagzeilen kommen und nicht Krieg. Weil man ungeniert kitschig sein darf und sich am Klatsch delektiert. Gut für die psychologische Hygiene. Gut für die Monarchie. Und gut für die Republik. ---------------------- Maxima-Ja-Kommentar www.newsmill.net Claudia Diers-Lienke, Niederlande 01.02.2002 Tel von D: 00 31 10 475 37 51