Guckt Maxima gern Videos im Pyjama? Was die Holländer vom Kronprinzen und seiner Verlobten wissen wollen - Internet-Seite wird bestürmt - Aufblasbare Kronen und orange Kontaktlinsen - Werbespots für 40 000 Euro Von Claudia Diers-Lienke Den Haag.- Wenn der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine künftige Frau Maxima Zorreguieta etwas übrig haben für die Stimme des Volkes, dann tun sie folgendes: Sie machen mit beim Eislaufwettbewerb der „Elfstädtetour" in Friesland, sie gucken Freitags abends im Pyjama einen schönen Videofilm, sie trinken ein Bier mit einem gewissen Juri Wierda aus Amsterdam und vielleicht hat der Kronprinz zwischendrin noch Zeit, „die Monarchie abzuschaffen", um sich „danach demokratisch um die Niederländer zu kümmern". Und wenn Maxima „guter Hoffnung werde", solle sie natürlich die Ur- Holländische Hausgeburt wählen, wie 80 Prozent aller Frauen in den Niederlanden. Wenn es ein Mädchen wird, dann muss sie zweifellos Anne-Fleur genannt werden. Alles Unsinn? In jedem Fall ist es nur eine kleine Auswahl aus den über 1300 Reaktionen, die bisher auf der website des Königshauses von Oranje eingegangen sind (www.koninklijkhuis.nl). Der nationale Pressedienst hat dazu aufgerufen, Fragen zu stellen, als Fortführung der „Kennenlernbesuche" des künftigen Königspaares. Das wird am 2.2.2002 in Amsterdam heiraten und ergo ist man völlig aus dem Häuschen im Land von Käse und Dünen. Am 22. Januar wird das künftige Ehepaar ein paar der Fragen in einem Life-Chat beantworten. Mal sehen, ob dann auch diese Fragen noch dabei sind: Wie denn der deutschstämmige (und wegen eigener Vergangenheit umstrittene) Prinz Claus auf den „Junta"-Papa Zorreguieta reagiert habe? Ein anderer website-Besucher bekrittelt die Steuermoral der königlichen holländischen Familie. Ein Dritter äußert Sympathie für das geplagte Argentinien, verbunden mit der Frage, ob und was Maxima für ihr Heimatland zu tun gedenke. Andere Fragen sind längst beantwortet: Dass Maxima ein Brautkleid des italienischen Designers Valentino tragen wird, haben die Frauenmagazine ebenso ausführlich diskutiert wie die Tatsache, dass die blonde Schönheit es geschafft hat, mindestens sieben Kilo abzuspecken. Die Hochzeitsreise des Paares wird wahrscheinlich auf die niederländischen Antillen führen, das freut die Reisebüros wegen Nachahmern. Apropos: Amsterdams Hotels sind längst ausgebucht rund um den großen Tag. Auch die Wirtschaft der calvinistischen Handelsnation Holland läuft sich längst warm für das werbewirksame Ereignis. Die „Maxima-Mania" soll verkaufsfördernd wirken. Gesorgt wird für die absoluten Essentials: Ein Schuhhersteller lanciert orangene Pantoffeln, Klatschblatt „prive" kommt mit „schweren Silberlöffeln" heraus, Optiker Pearle verkauft für 11 Euro orangefarbene Kontaktlinsen und die Versichersungsgesellschaft Amersfoortse gibt 50 Prozent Rabatt an jeden, der vor 2. Februar eine „Hochzeits-Kostenversicherung" abschließt. Bei aufblasbaren Kronen und orangefarbenen Toilettensitzen ist der Hype nicht ganz so gewaltig wie bei der Fußball-Europameisterschaft, die 2000 in den Niederlanden ausgetragen wurde. Damals waren diese lebenswichtigen Produkte heiß begehrt, nun laufen sie nicht mehr ganz so gut. Was mal wieder beweist: Fußballfans haben ein anderes Kaufverhalten als Royals-Anhänger. Begehrt ist nun allerdings die Webezeit im Fernsehen, rund um Life- Interviews mit dem glücklichen Paar: Beim öffentlichn Fernsehen kostet ein Spot dann 29500 Euro pro halber Minute. Am Hochzeitstag selbst steigen die Preise bis u 40 000 Euro für Werbespots rund um die „Balkonszene", wenn Willem-Alexander und Maxima dem Volk zuwinken. ----------------------------------- Maxima-Hochzeitscountdown 15.01.2002 www.newsmill.net