copyright: NewsMill 2001-08-17 Achtung: Zu diesm Stück gibt es auch ein Foto als jpg. BeiInteresse bitte bei Newsmill anfordern Der Gen-Stier kann seine Schöpfer überleben Untergang von Pharming rückt näher - Das erste transgene Rind brachte der Firma weder Glück noch Geld Von Claudia Diers-Lienke Den Haag/Leiden.- Herman ist gerettet, er darf in Ruhe sein Gnadenbrot im Naturmuseum Naturalis fressen. Doch das erste transgene Rind der Welt hat seinem Schöpfer, der niederländischen Firma Pharming, weder Glück noch Geld gebracht: Pharming wurde am Freitag für zahlungsunfähig erklärt. Der Betrieb selbst ging damit an die Öffentlichkeit, um sich die Schuldner erst einmal vom Leib zu halten. 15 Millionen Euro Finanzspritze hat der Pharmabetrieb nötig, um zu überleben. Nachdem jetzt kurzfristig die Fusion mit dem amerikanischen Gen-Pharmaunternehmen Genzyme platzte, steht Pharming vor dem Aus und sackte die Aktie in den Keller. Wie konnte es so weit kommen? Schließlich hatte es 1988 alles so gut begonnen. Der Biotech-Betrieb, gegründet vom ehemaligen Hochschulprofessor Herman de Boer, schaffte es, Herman zu züchten. Der Stier zeugte 46 Töchter, die wie er ein Stück menschlicher Genfrequenz trugen. Sie hatten Lactoferrin in der Milch. Lactoferrin ist ein infektionshemmender Stoff, sehr interessant besonders auch für Frühgeborene. Doch Qualität und Menge des Stoffes stimmten nicht. Das Lactoferrin-Projekt wurde nicht der erwartete Goldesel für Pharming. Statt dessen setzt Pharming nun auf Hamster und Kaninchen, die helfen sollen, die sogenannte Pompe-Krankheit, eine Muskelkrankheit, zu bekämpfen. Und dabei sind amerikanische Konkurrenten auch nicht schlecht. Herman kann, wenn alles gut geht, noch rund neun Jahre lang leben. Doch die Medizin, die den todkranken Patienten Pharming rettet, muss noch gefunden werden. ---------------------------------------- herman-update 12.08.2001, copyright: NewsMill Claudia Diers-Lienke, NewsMill Niederlande, Tel 00 31 - 10 - 475 37 51 E-mail: claudia@lienke.net